Kiefergelenkuntersuchung

Aufschlussreiche Untersuchungsmethode ( MSA )

"Beißen Sie mal leicht auf Ihre Zähne und fühlen Sie mit den Händen die Spannung der Muskeln an der Schläfe" - so anschaulich erläutert Kieferorthopäde Dr. Joachim Weber während einer Mitarbeiterschulung seinem Team von Zahnarzthelferinnen das Thema "Assistenz bei der manuellen Strukturanalyse des Kiefergelenks nach Professor Axel Bumann", kurz MSA.

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Was sich früher manuelle Funktionsanalyse nannte und beschrieb, wie der Patient in der Lage war seinen Kiefer zu bewegen, ist heute eine elementare Technik, um Störungen oder Fehlstellungen des Unterkiefers und des Kiefergelenks zu ermitteln.

Dazu wird im Anschluss an eine umfangreiche Abfolge von intra- und extraoralen Untersuchungsschritten der Istzustand des Kiefers diagnostiziert.

Diese Erkennungsmethoden, welche Dr. Joachin Weber zusammen mit seiner Frau Dr. Elisabeth Meyer in einem mehrteiligen Seminar, verteilt über zwei Jahre, bei Herrn Professor Axel Bumann erlernt hat, möchte er nun an seine Mitarbeiterinnen weiter geben.

Kiefergelenkuntersuchung. Aufschlussreiche Untersuchungsmethode (MSA). In der kieferorthopädischen Gemeinschaftspraxis der beiden verfolgen die Zahnarzthelferinnen die Bildschirmpräsentation ihres Chefs, der keinen starren Monolog hält, sondern vielmehr während einer Gesprächsrunde die Theorie verständlich vermittelt.

Bei der Betrachtung der Anatomie erläutert Dr. Weber die Einzigartigkeit des Kiefergelenkes.

Dieses würde nämlich, im Gegensatz zu allen anderen Gelenken des menschlichen Körpers, bei Bewegung des Gelenkkopfes - also dem Öffnen des Mundes - die Gelenkpfanne verlassen und danach wieder darin rein gleiten. Bei Störungen dieser Mechanik könnte im schlimmsten Falle der Mund nicht mehr geschlossen werden und sich der Gelenkkopf ausrenken.

Kiefergelenkuntersuchung. Aufschlussreiche Untersuchungsmethode (MSA). Bei einer so entstehenden Entzündung würde trotzdem keine sichtbare Schwellung an den Wangen entstehen, da sich die entzündete Gewebeflüssigkeit aufgrund vorhandener Sehnen, Muskeln und Kapseln keinen Platz zum Ausdehnen schaffen kann.

Vielmehr würde sich bei Nichtbehandlung die Entzündung direkt in den Knochen einnisten, was schwerwiegende, chronische Folgen haben kann.Eine MSA ist heute noch keine Standarduntersuchung während einer zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Behandlung.

"Vor allem bei Kindern wird diese aufschlussreiche Methode oft vernachlässigt. Entweder hat dies Kostengründe oder wird aufgrund der Beschwerdefreiheit einfach von meinen Kollegen oder Eltern nicht für notwendig empfunden", so Dr. Weber.

Bei Untersuchungen von Schulklassen wurde wissenschaftlich belegt, dass durchschnittlich 25% bis 40% der Schüler, also fast jedes zweite Kind, Kiefergelenkprobleme haben.

Ein versteckter Befund, da vordergründig eine ganz andere Intention, nämlich das Richten schiefer Zähne bestand. Diese beachtliche Quote veranlasst ihn, sich in der Branche einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. In der Gemeinschaftspraxis wird deswegen sehr großen Wert auf gut geschultes Personal gelegt, welches nach gründlicher Einweisung sowie "Learning by doing" die Untersuchungsschritte der MSA sicher beherrscht.

Kiefergelenkuntersuchung. Aufschlussreiche Untersuchungsmethode (MSA). Neben den Handgriffen, welche Frau Dr. Meyer anschließend in der Praxisanleitung vermittelt, sei der sensible Umgang mit dem Patienten von größter Wichtigkeit. In seiner "hilflosen" Position auf dem Behandlungsstuhl muss dem Patienten das intensivste Vertrauensgefühl gegeben werden.

Eine übergangene Schutzdistanz durch sehr nahen Körperkontakt, bedingt durch das Abtasten sowie Begutachtung der Mundhöhle, dürfen für den Patienten kein Problem darstellen.

"Andernfalls können wir die Behandlung auch am stehenden Patienten durchführen, was aber für uns als Behandelnde eine erschwerte Arbeitsbedingung darstellt", so Frau Dr. Meyer.

Nachdem der Patient in waagerechte Position gebracht wurde, platziert die Arzthelferin Watterollen zwischen die unteren und oberen Backenzähne und bittet den Patienten darauf zuzubeißen. Gleichzeitig fühlt sie mit ihren Händen am Wangenknochen entlang und fragt den Patienten nach möglichem Schmerzempfinden.

Danach wird der Patient aufgefordert, mit leicht geöffnetem Mund seinen Kiefer nach rechts und links zu bewegen, gleichzeitig übt der Arzt mit seiner Hand Gegendruck aus. Das jeweils dabei empfundene Schmerzempfinden wird in einem genormten Erfassungsbogen aufgezeichnet und je nach Intensität (Stufe 1-3) farblich gekennzeichnet.

Kein Schmerz bedeutet grün, der vorhandene aber unbekannte Schmerz wird in gelb sowie ein bekannter Schmerz mit roter Farbe dokumentiert. Bei allen Vorgängen hat der Arzt den Patienten immer im Auge, führt ihn durch jeden Vorgang und spricht vertrauensvoll auf ihn ein.

"Bitte gewöhnen Sie sich immer die gleichen, ständig wiederholenden Formulierungen an", mahnt Frau Dr. Meyer. Außerdem betont sie: "Sie sind dafür verantwortlich, dass dem Patienten während dieser Untersuchung nichts passiert".

Kiefergelenkuntersuchung. Aufschlussreiche Untersuchungsmethode (MSA). Sie meint dabei den kontrollierten Druckaufbau bei obigem Test sowie den behutsamen Ausklang der Untersuchung, so dass es nicht zu Verletzungen kommt.

Die Arzthelferinnen probieren die erlernten Schritte nun untereinander aus und stellen fest, dass die Muskulatur nach dem Prozedere schmerzen kann.

"Bei vorbelasteter Muskulatur tut die Untersuchung schon weh, aber nur dadurch können wir Probleme des Kiefergelenkes erörtern und dem Patienten letztendlich helfen", so Frau Dr. Meyer.

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Fachgebieten, wie beispielsweise der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Orthopädie und Physiotherapie kann Zusammenhänge für Schmerzen erörtern.

Mehr Infos über Kiefergelenkschmerzen


Magnetresonanztomographie (MRT)

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Die Magnetresonanztomographie – kurz MRT – ermöglicht es, Störungen im Kiefergelenk und weitere ernsthafte Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Nach einem Verdachtsbefund überweisen wir unsere Patienten an spezialisierte Radiologen.

 

Kiefergelenk MRT (Video)

Kiefergelenk:

Mittenverschiebung des Unterkiefers durch Störungen im Kiefergelenk (PDF, 7,7MB)

Juvenile Craniomandibuläre Dysfunktion (PDF, 0,8MB)

Bema-Hinweise zu funktionsanalytischen und funktionstherapeutischen Leistungen:

Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen können nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden (siehe § 28 SGB V). Vielmehr handelt es sich um eine außervertragliche Leistung, die vorab mit einer schriftlichen Vereinbarung nach § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ privat vereinbart werden muss.

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Kieferorthopädie Ludwigshafen