Wie können wir unsere Tochter vom Tragen der Zahnspange überzeugen?

Frage von Familie D.,

Sehr geehrte Damen und Herren

Unsere Tochter trägt eine Spange wegen

Retrognathie der Maxilla (Multiple Rotationsfehlstellungen und Kontatkpunktabweichungen).

Leider klappts mit dem Tragen sehr schlecht und wir würden ihr gerne Bilder zeigen von Patienten, welche nicht in den Genuss einer Behandlung kommen konnten. Hätten Sie evt. solche Bilder?

Wir führen die Behandlung nicht weiter, so lange sie nicht mitmacht. Zuerst muss ihr bewusst sein, wofür sie die Spange trägt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Freundliche Grüsse
Fam. D.

Antwort Dr. Joachim Weber

Sehr geehrte Familie D.,

ich denke sie haben den richtigen Entschluss gefasst und die Behandlung unterbrochen. Ohne Mitarbeit der Patientin wird ein dauerhafter Erfolg nicht möglich sein. Die Einsicht eines Kindes ist hier nur schwer zu erzielen. Kinder denken selten perspektivisch in die Zukunft.

Gerade die kleine Maxilla ist jedoch eine sehr dankenswerte Behandlungsaufgabe. Einschränkungen der Nasenatmung, sowie fehlende Abbeißfunktion sind meist der Hauptgrund für diese Behandlungen. Häufige Erkältungen, Mundtrockenheit und Atemaussetzer beim Nachtschlaf werden durch die kleine Maxilla begünstigt.

Wird die Behandlung nicht in früher Kindheit durchgeführt, so ist später die Korrektur meist nur noch mit einem chirurgischen Eingriff möglich. Aber auch hier entscheiden Kinder oft für sich selbst. Überraschenderweise manchmal sogar mit einer großen Vehemenz. Mir ist ein achtjähriger Junge erinnerlich, der in diesem frühen Alter für sich beschloss, die Behandlung im 18. Lebensjahr mit einem chirurgischen Eingriff durchführen zu lassen. Diese Entscheidung eines Achtjährigen war für mich wenig glaubhaft und solide. Dennoch kann der Junge zehn Jahre später tatsächlich zu einer chirurgisch kombinierten Behandlung zu uns in die Praxis.

Ich empfehle Ihnen: Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden mit allen Konsequenzen die es dann auch zu tragen hat.

Ich denke, die Hauptaufgabe, die wir als Ärzte oder sie als Eltern zu erfüllen haben, ist eine umfassende Aufklärung. Eine gewisse Deutlichkeit kann von Nutzen sein, sie ist jedoch nicht immer hilfreich.

Das Vorzeigen anderer Menschen ist aus ethischen Gründen nicht möglich. Einen Link zur visuellen Verdeutlichung des Fehlbisses mithilfe von Grafiken schicke ich Ihnen jedoch gerne zu.

Viele liebe Grüße und alles Gute für Ihre Behandlung
wünscht Ihnen Ihr

Dr. Joachim Weber

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