Entzündung der bilaminären Zone (K. A., 12 Jahre, ♀)

Die Patientin stellte sich wegen einer unregelmäßigen Zahnstellung der Schneidezähne und einer Kieferfehlstellung vor. Im Rahmen der Voruntersuchung wurde ein Entzündungsprozesses im Kiefergelenk festgestellt. Dieser führte bei der Patientin zu einer Abweichbewegung des Unterkiefers zur gesunden Seite. Um Zahn- und Kieferstellung zu korrigieren muß der Unterkiefer zurückgeschwenkt werden. Es kommt also zu einer Belastung im erkrankten Gelenk.

Entzündung der bilaminären Zone (K. A., 12 Jahre, ♀)
Im Röntgenbild ist der Befund nicht darstellbar, da Weichgewebe und Entzündungen nicht abgebildet werden.
Das Gelenk der besseren Seite zeigt kaum helle Stellen.
Das Gelenk der besseren Seite zeigt kaum helle Stellen.
Im Gelenkspalt ist die Entzündung als hellgraue Fläche gut zu erkennen.
Im Gelenkspalt ist die Entzündung als hellgraue Fläche gut zu erkennen.

Das kieferorthopädische Ziel ist daher nur nach Beseitigung der Entzündung erreichbar. Die Entzündungen im Gelenk greifen außerdem sehr häufig auf den Gelenkkopf über. Es wäre dann mit einer Verschlechterung der Biss-Situation zu rechnen. Im schlimmsten Fall kann dies zudem mit heftigen Schmerzen und einer eingeschränkten Mundöffnung verbunden sein.

Entzündung der bilaminären Zone

Systemische Erkrankungen
(hier: Juvenile ideopathische Arthritis, R. A., 7 Jahre, ♀)

Die Patientin wurde von ihrer Mutter vorgestellt. Es sollte geklärt werden, wann der geeignete Zeitpunkt für die Korrektur der Zahn- und Kieferfehlstellung sei. Im Rahmen einer Routineuntersuchung wurden extrem auffällige Bewegungsmuster in den Kiefergelenken festgestellt. Das daraufhin veranlasste MRT zeigt einen erschreckend weit fortgeschrittenen Abbau eines Gelenkkopfes.

Zudem ist zumindest ein Gelenkknorpel für eine korrekte Funktion verloren. Die Patientin wurde aufgrund des Befundes auch beim Kinderrheumatologen vorgestellt. Dieser diagnostizierte eine Juvenile Ideopathische Arthritis. Die nun stattfindende kieferorthopädische Behandlung dient in erster Linie der Gelenkentlastung. Nur nebenbei wird versucht, Zahn- und Kieferstellung zu verbessern. Die Schonung der Gelenke hat die erste Priorität!

Systemische Erkrankungen. Juvenile ideopathische Arthritis.
Im Röntgenbild ist der Befund der degenerierten Gelenkköpfe zu erkennen, entspricht in seinem Ausmaß jedoch erneut nicht dem MRT.
Der Gelenkkopf ist anders als bei einer Fehlbelastung am vorderen Rand abgeflacht. Der Knorpel ist weit nach vorne verlagert.
Der Gelenkkopf ist anders als bei einer Fehlbelastung am vorderen Rand abgeflacht. Der Knorpel ist weit nach vorne verlagert.
Die bessere Seite zeigt auch keinen Idealzustand.
Die bessere Seite zeigt auch keinen Idealzustand.
Während die Abweichung der Mitte zur schlechteren Seite eher dezent ist, zeigt sich an den Modellen die insgesamt weite Rückverlagerung des Unterkiefers. Bei früherer rechtzeitiger Befundung hätte das Ausmaß der Gelenkzerstörung vielleicht verhindert oder zumindest reduziert werden können. Da im 7. Lebensjahr schon weite Wachstumsfortschritte zu verzeichnen sind, können eben auch unerkannte Prozesse bereits großes Unheil anrichten.
Während die Abweichung der Mitte zur schlechteren Seite eher dezent ist, zeigt sich an den Modellen die insgesamt weite Rückverlagerung des Unterkiefers.
Der nach vorne verlagerte Knorpel (rot) und der an seinem vorderen Rand stark abgeflachte Gelenkkopf (grün) sind gut zu erkennen.
Der nach vorne verlagerte Knorpel (rot) und der an seinem vorderen Rand stark abgeflachte Gelenkkopf (grün) sind gut zu erkennen. Sowohl Rückholung des Knorpels, als auch Regeneration des Gelenkkopfes scheinen kaum möglich. Entlastung und Erhalt der Funktion sind erste Ziele.
Auf der weniger betroffenen Seite zeigt sich der Knorpel dünn und strichartig. Er scheint sich auch nach vorne zu verlagern.
Auf der weniger betroffenen Seite zeigt sich der Knorpel dünn und strichartig. Er scheint sich auch nach vorne zu verlagern. Sollten die Befunde sich zunehmend verschlechtern, so ist über die Gabe von Medikamenten in den Gelenkspalt nachzudenken.

Kiefergelenkentzündungen bei Kindern – darauf sollten Sie achten

Gerade bei Kindern sind Entzündungen in den Gelenken – und dazu zählt auch das Kiefergelenk – ernst zu nehmen. Werden diese nicht erkannt, können sich daraus Gelenkschäden entwickeln, die ein Leben lang bleiben! Eltern sollten besondere Vorsicht walten lassen, wenn sich folgende, typische Symptome bei ihren Kindern einstellen, die auf rheumatische Beschwerden schließen lassen können:

- Ihr Kind meidet harte Nahrungsmittel (wie zum Beispiel Brotkrusten) und bevorzugt stattdessen lieber weichere Dinge wie Joghurt.

- Ihr Kind klagt über Ohren- oder Zahnschmerzen, dabei sind beide Organe vollkommen in Ordnung.

- Ausgiebiges Gähnen verursacht Schmerzen und der Mund kann nicht mehr so weit geöffnet werden wie gewohnt.

- Ist Ihr Kind morgens in seinem Bewegungsschema steif?

- Bemerkt Ihr Kind, dass sich manche Gelenke schlechter bewegen lassen oder schmerzen Gelenke?

Liegen einige oder alle diese Hinweise vor, sollten Sie für Ihr Kind einen Termin in unserer Praxis vereinbaren. Wir überprüfen dann, ob Risikofaktoren bei Ihrem Kind vorhanden sind und besprechen mit Ihnen, wie die richtige Diagnose für Ihr Kind gefunden werden sollte.

Weitere Informationen finden Sie auch auf diesen Internet-Seiten:

geton.rheuma-liga.de - Das Internetportal für junge Leute mit Rheuma von der Deutschen Rheuma-Liga

www.kinder-rheumastiftung.de und www.rheuma-liga-rlp.de - Internetportale, die sich gezielt an junge Menschen wenden

www.kinderrheuma.com - Bundesverband zur Förderung und Unterstützung rheumatologisch erkrankter Kinder und deren Familien e.V.

Termine

nach Vereinbarung

Gemeinschaftspraxis für Kieferorthopädie
Dr. Joachim Weber & Dr. Elisabeth Meyer

Mannheimer Straße 2-4
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