Wie schnell sollte ein Kiefergelenk nach Knacken untersucht werden?

Frage von A. T.:

Am Vorabend war bei weiter Mundöffnung ein lautes „knacken“ im linken Kiefergelenk zu hören und kurzer reißender Schmerz.

In folge noch leichter Schmerz und ein knacken bei jeglicher Kau/Beißtätigkeit. Heute ist die linke Wange etwas geschwollen und beim zusammenbeißen habe ich das Gefühl das die linken Zähne sich nicht ganz berühren ( kein Gefühl auf der linken Seite). Mundöffnung usw. problemlos, leichte Schmerzen im Gelenk beim kauen…. muss dies sofort untersucht werden?

Mit freundlichen Grüßen, Fr.T

Antwort Dr. Weber:

Knackgeräusche im Gelenk resultieren oft (NICHT IMMER) von einem herausspringen des Knorpels aus der Gelenkpfanne. Dies ist mit keiner anderen Situation am menschlichen Körper vergleichbar, da nur im Kiefergelenk ein Knorpel das Gelenk in zwei Untergelenke (obere und untere Gelenkkammer) unterteilt.

Nur damit ist ein Bewegen des Unterkiefers zur Seite, nach Vorne und zur Öffnung möglich. Langzeitfolgen eines „verlorenen“ Knorpels können eingeschränkte Mundöffnung oder verbleibender Kopfschmerz sein. Bei vielen Menschen bildet sich ein verschobener Knorpel aber auch einfach zurück und wird vom Körper abgebaut.

Für ein erfolgreiches Repositionieren an der richtigen Stelle geben Wissenschaftler aber ein sehr kurzes Zeitfenster von 3-6 Monaten nach dem Herausspringen an. Leider gibt es bei späterem Schmerz dann nur eingeschränkte Behandlungsformen, wie beispielsweise Michiganschiene, Physiotherapie, Gelenkspülung (sogenannte Lavage) oder ähnliches.

Viele liebe Grüße
Ihr
Dr. Joachim Weber

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