FAQ - Häufig gestellte Fragen: Feste Zahnspange

Weitere interessante Antworten finden Sie auf www.faq.zahnspangen.de


Ihre eigene Frage an Dr. Joachim Weber

 

Wie hilft Kieferorthopädie bei schiefen Schneidezähnen?
Wenn es tatsächlich nur die Zahnverschiebung ist, wie beschrieben, dann sollten alle Zähne da sein: von vorne gesehen: zwei Schneidezähne, ein Eckzahn, zwei kleine Backenzähne, zwei große Backenzähne. Wenn die Zähne nur knapp verschoben sind (bis zu ca. 4-5mm) empfehlen wir ClearAligner oder festsitzende Zahnspangen. Über Risiken bei anderen ungenaueren Alignersystemen habe ich hier geschrieben. Über das Risiko hinter der Front versteckte Befunde zu übersehen, habe ich hier auch schon mehrfach geschrieben. Gerade zur Mittenverschiebung empfehle ich mein Skript zu dem Thema.
Kieferorthopädie ohne Kieferchirurgie, Zahnspangen ohne Operation.
Mein Problem ist folgendes: Ich habe einen ziemlichen Überbiss, d.h. meine Frontzähne überdecken fast komplett die vorderste untere Zahnreihe. Mir bereitet das 3 Probleme, oft beiße ich mir deshalb auf die Zunge, wenn ich den Mund weit öffne knackt der Kiefer und ich mache mir Sorgen, dass dieser Überbiss irgendwann noch schlimmer wird. Ausserdem sind meine Zähne in der untersten Reihe leicht schief. Käme bei soetwas eine Kieferkorrektur in Frage, also ein chirurgischer Eingriff. Wie würde das ungefähr ablaufen und übernimmt die KK eventuell die Kosten (ü 20)?

Antwort Dr. Weber:

Wenn alle beschriebenen Probleme stimmen könnten sich drei Probleme überlagern:

1. Zahnfehlstellung
2. Fehlstellung des Unterkiefers (zurück und zu tief beissend)
3. Gelenkfehlfunktion (Knacken kommt meist von einem verlagerten Gelenkknorpel)

Richtig zu Lösen ist keines der Probleme so richtig ohne die anderen auch anzugehen. Die Zähne stecken im Kiefer, das Kiefergelenkköpfchen ist auch ein Teil des Kiefers. Bei manchen Problemen im Gelenk ist es manchmal sogar besser OHNE Kieferoperation zu behandeln, da dadurch das Gelenk entlastet wird. Eine Zusatzausbildung im Bereich Gelenkdiagnostik haben aber selbst nicht alle Fachzahnärzte für Kieferorthopädie! Der Zuschuss der Krankenkasse hängt vom Umfang der Fehlstellung ab (beschrieben in gesetzlichen Vorgaben, den sogenannten KIG-Richtlinien).

Funktioniert Kieferorthopädie und eine Zahnspange auch beim Erwachsenen?
Das Alter spielt weniger eine Rolle, als vielmehr der Zustand des sogenannten Zahnhalteapparates. Das sind Fasern, Blutgefässe, Nerven und Knochen, die die Zahnwurzeln umgeben. Diese müssen gut reagieren, sonst findet keine Zahnbewegung statt.

Aber auch wenn es dort vielleicht Abnutzung gibt, ist eine Behandlung dennoch in vollem Umfang oft möglich. Nach der zwingenden Voruntersuchung des Zahnhalteapparates ist es dann jedoch wichtig die optimale Apparatur auszusuchen, da diese für die Zahnbewegung Kräfte auf die Zähne übertragen. Zuviel schadet und tut weh, zuwenig führt zu keinem Resultat: Kieferorthopäden verschreiben (meist) keine Tabletten, sondern Kräfte. Es muss übrigens nicht immer eine feste Zahnspange sein, in vielen Fällen funktionieren auch Aligner. Das Stabilisieren und Halten hinterher gehört natürlich dazu, egal ob jung oder älter. Auch hier sind Dauer und Art eher von den Faktoren genetische Veranlagung und Umfang der Behandlung abhängig, als vom Alter.

Zahnkippung nach unbehandelter Extraktion: lohnt Kieferorthopädie als Erwachsener?
Vielleicht soviel aus meinem privaten Umfeld: jemand aus der Familie hatte nach dem Krieg auch Backenzähne gezogen bekommen: Folge der Knochen baut sich ab, die Nachbarzähne kippten, die Belastung wurde für die gekippten Zähne noch schlechter, ging jahrelang gut, aber nun im Alter, wo für umfangreiche Behandlung niemand mehr Lust hat muß aufwendige Prothetik (Zahnersatz) gemacht werden. Das ist übrigens viel teurer als jede Spange (und wahrscheinlich auch schmerzhafter). Im Einzelfall muß man es sich natürlich anschauen. In jedem Fall sollte der Knochen regelmäßig mit Röntgenbildern überprüft werden, wenn man nichts korrigiert (wenn man etwas macht natürlich auch). Also Empfehlung: Beraten lassen, feste Spangensorten vergleichen, bei nicht so großer Strecke kann vielleicht auch mit Alignern gearbeitet werden, aber vorsicht sonst droht vielleicht so etwas: http://faq.zahnspangen.de/?p=69
Muss ich mich mit meiner Multiband-Apparatur beim Sport einschränken?
Diese Frage ist für unsere Patienten ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der benötigten Zahnspange.

Viele unserer Patienten betreiben eine Sportart, manchmal sogar sehr aktiv in einem Verein. Dies soll auch während einer kieferorthopädischen Behandlung so bleiben! Um sich selbst, die eigenen Zähne und natürlich auch die Zahnspange jedoch wirksam vor schweren Verletzungen zu schützen, rät unser Kieferorthopäden - Team bei „impulsiven“ Sportarten wie beispielsweise American Football, Hockey, Basketball und Kampfsport zu einem professionellen Mundschutz.

Diese Kunststoffschiene wird individuell für unsere Patienten in der Praxis angefertigt und direkt über der Multiband-Apparatur getragen. Zuvor wird, neben dem Farbwunsch des Patienten, die Beanspruchung der Sportart erörtert, da daran die Stabilität und Dicke der Kunststoffschichten ausgelegt wird. Studien der American Dental Association (amerikanische Gesellschaft für Zahnmedizin) belegen, dass jährlich einige hunderttausend Verletzungen im Mundbereich durch das Tragen eines Mundschutzes vermieden werden können.

Kann man mit fester Zahnspange küssen?
Na klar geht das, Liebe kennt keine Grenzen! Tragen beide Partner eine feste Apparatur, so ist lediglich drauf zu achten, dass sich nichts "verheddert".
Wie reinigt man die feste Zahnspange?
Die Zähne sollten möglichst nach jeder Mahlzeit geputzt werden. Idealerweise sollte die Wahl auf eine Zahnbürste mit mittlerer Borstenstärke und ohne Profil fallen. Weitere Hilfsmittel wie Interdentalbürsten, welche die Ränder der Brackets reinigen, sowie Zahnseide für die Zwischenräume, runden die Mundhygiene ab. Während der Schule oder bei der Arbeit bietet sich eine klappbare Reisezahnbürste mit kleiner Zahncremetube (auf hohen Fluoridgehalt achten!) und/oder Mundspülung besonders an.
Wie wird die feste Zahnspange (Multibandapparatur) nach der Tragedauer wieder entfernt?
Nachdem unser Team der Kieferorthopäden durch entsprechende Analysen wie MSA, evtl. Röntgenbild zur Bewertung der Wurzelstände, Beurteilung der Bisslage usw. einen erfolgreichen Therapieverlauf feststellen konnte, wird das Entfernen der Zahnspange veranlasst.

Keine Angst - das tut nicht weh! Vor allem ist das Entfernen der Zahnspange einfacher, als das Anbringen/Kleben:

- Zunächst werden die Bänder an den Backenzähnen mit Hilfe einer Spezialzange gelöst

- Nun werden die Brackets mittels einem weiteren Zangeninstrument von der Zahnoberfläche entfernt. Dabei bricht die Klebersubstanz ab, so dass ein Knackgeräusch entsteht, welches von dem Patienten als unangenehm empfunden werden kann

- Jetzt kann der Kieferorthopäde bzw. die entsprechend ausgebildete Assistentin die gesamte Apparatur „an einem Stück“ aus dem Mund des Patienten entfernen

- Nach einer Begutachtung der Zähne nach etwaigen Demineralisierungen (bedingt durch z. B. einer schlechte Mundhygiene während der Tragedauer) werden mittels eines Zahnsteingerätes Klebereste entfernt

- Es folgen Abformungen - jeweils von Ober- und Unterkiefer - damit zum einen der Ist-Zustand (= Auskunft zu Behandlungserfolg) dargestellt werden kann, aber auch weitere lose Spangen (Schiene oder aktive Platte) darauf angefertigt werden können

- Nachdem die Zähne mit einer speziellen Bürste sowie Paste poliert wurden, folgt eventuell eine intraorale Fotodokumentation

Um die Zähne vor Säureangriffen (Fruchtsaft, Obst, Zucker) effektiv zu schützen, folgt eine Fluoridierung.

Der Patient ist nun von seiner festen Zahnspange sowie dem Prozedere der Entfernung erlöst!

Sofern die Therapiemaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind, wartet der Patient nun auf die Nachfolgeapparatur (z. B. Schiene, aktive Platte, Retainer etc.), welche er noch am selben Tag erhält.

 

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Tel: 0621 / 685 777
Kieferorthopädie Ludwigshafen