Fragen zu Kosten der Behandlung

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Ihre eigene Frage an Dr. Joachim Weber

 

Wie hoch wären die kosten (grob geschätzt), bei einer Behandlung mit der lingual Technik im ok?
Die Kosten können zwischen 1500 und 15000 Euro angesiedelt sein. Ich würde aber in jedem Fall vorher sicher stellen, dass der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer vor der Behandlung stimmt, während der Behandlung kontrolliert wird und nach der Behandlung alles stabil gehalten wird.

Die Frage klingt mir ein bisschen nach einer schnellen Lösung für ein optisches Problem beim Lachen. Bedenken Sie aber, dass der Eingriff am Oberkiefer immer auch über den Zusammenbiss Auswirkung auf den Unterkiefer haben kann. Deswegen doppelte Vorsicht, sonst droht im schlimmsten Fall ein schlechtes Ergebnis und die Kosten kommen doppelt und dreifach für eine zweite Behandlung vielleicht nochmal auf Sie zu.

Zahlt Zusatzversicherung Incognito?
Die Kosten bei Incognito liegen bei normalen Behandlungen zwischen 1500 und 15000 Euro, je nach Schwere, Dauer und Umfang der Behandlung. Vor Behandlungsbeginn schreibt der Kieferorthopäde eine Heil- und Kostenplan der bei der Versicherung vorgelegt werden kann. Diese teilt Ihnen dann die vertraglich vereinbarte Zuschußhöhe mit. Sollte der dann mitgeteilte Zuschußbetrag nach Ihrer Meinung zu nieder sein, hilft Ihnen vielleicht der Zahnarzt bei der Beurteilung Ihrer vertraglichen Ansprüche
Sind 500 Euro gut investiert bei fester Zahnspange für die zusätzlichen Kosten durch Brackets und Bögen?
Sehr geehrter Herr M., die Kosten für die besten Apparaturen bei Ihrem Sohn lassen sich natürlich nur sehr individuell bestimmen. Grundsätzlich möchte ich Ihnen aber zwei Punkte zum Nachdenken mit auf den Weg geben.

Wenn es um die Kosten geht findet sich der Patient sehr schnell in einem weiten Feld von mehr oder weniger gut gemeinten Ratgebern wieder: Ärzte (mit oder ohne finanziellem Eigeninteresse), Krankenkassen (von denen einige so tun als wäre sämtlicher Luxus bei Ihnen mit versichert und andere die Ihrem Kunden Listen mit nicht versicherten Leistungen mit auf den Weg geben), Politiker und Verbraucherstellen usw. Wem kann man da vertrauen? Eine mögliche Antwort ist vielleicht die Wissenschaft und Hochschule. Universitätsprofessoren stehen nicht unbedingt im Verdacht Patienten das Geld aus der Tasche ziehen zu wollen. Immerhin sind viele von Ihnen auf Lebzeiten als Staatsdiener abgesichert und viele von Ihnen behandeln Kassenpatienten gar nicht selbst. Zuzahlungen für dies und das sind deutschlandweit im Einsatz seit einer großen Reform 2003/2004.Damals äußerte sich die Wissenschaft zum geplanten Vorhaben sehr kritisch (hier ist der gesamte Text).

Diese Abwertung bedeutete zum damaligen Zeitpunkt eine Kürzung nicht nur in der Geldsumme, sondern auch eine Einschränkung der für Kassenversicherte möglichen Leistungen. Die Summe alleine hierfür liegt in der Regel deutlich über 500 Euro. Neuerungen seit 2004 sind dabei noch nicht einmal bedacht! Sie sind zu keiner Zuzahlung verpflichtet, die Auswirkungen dieser Kürzungen treffen Sie dann aber im schlimmsten Fall im vollen Umfang.

Bracketpreise variieren von 50 Cent bis zu 150 Euro pro Stück (bei in der Regel 20 bis 28 Zähnen). Aber diese Betrachtung bezieht sich rein auf Materialpreise der Brackets. Hat Ihre Kieferorthopädin über verschiedene Systeme gesprochen? Wirkungsweisen? Behandlungsziele? Dort sehen wir in der Regel den weit wichtigeren Bedarf im Gespräch mit den Eltern und dem Patienten. Deshalb führen wir auch immer mindestens 3-4 verschiedene Bracketsysteme (Kosten im Bereich von ca. 10-40 Euro für die von den Eltern am häufigsten gewählten Systeme) in der Praxis, damit je nach Behandlungssituation (dazu gehört wie von Ihnen auch richtig erwähnt die Pflege!) eine geeignete Apparatur ausgesucht werden kann. Aber: die Apparatur ist immer nur ein Werkzeug! Dieses muß sich in ein Gesamtgefüge einpassen, sonst nützt es nichts oder schadet gar! Ich würde daher nur Geld in die Hand nehmen für eine Behandlung und Materialien, die mir völlig klar gemacht werden konnte.

Muß ich in der Kieferorthopädie ein Rezidiv selbst bezahlen?
Sehr geehrte Frau J., die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse muß vom behandelnden Kieferorthopäden vor einer neuen Behandlung überprüft werden. Zwar ist die Chance für Erwachsene gerin, aber vielleicht liegt die Wurzel Ihres Misserfolges ja in einer schwierigen Gesamtsituation, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Dann gibt es vielleicht noch einen Zuschuss. Ist die Behandlung jedoch nur eine Rückstellbewegung (Rezidiv), dann kann häufig der gezielte Einsatz von ClearAlignern sehr kostengünstig sein. Lassen Sie sich einfach beraten…
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kieferorthopädie bei Erwachsenen mit Eckzahnaußenstand?
Ihre Bedenken kann ich gut teilen, da niemand gerne seine eigenen Zähne gezogen haben möchte. Korrekturen sind heute übrigens meist so möglich, dass alle Zähne erhalten werden können. Ob eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen darf kann nur anhand einer Messung im Mund oder an Zahnmodellen beurteilt werden. (KIG-Richtlinie)

Eine sehr angenehme Lösung sind sogenannte Aligner. Diese gibt es als industrielles Massenprodukt oder individuell gefertigt. Der Nachteil bei der Industrielösung ist, dass sofort alle Kosten anfallen und der Arzt im Verlauf der Behandlung kaum Eingriffsmöglichkeiten hat. Bei der individuellen Lösung Clear Aligner, die wir für unsere Praxis gewählt haben, ist auch ein Ausprobieren möglich, nach zwei bis drei Schienen kann man noch abspringen, ohne Unsummen ausgegeben zu haben.

Die Kosten bei beiden Systemen errechnen sich aus dem Umfang der Bewegungen und den nötigen Diagnosemitteln, wie Röntgenbilder und Zahnmodelle und so weiter. Daraus resultieren Behandlungen von 500 bis 15000 Euro. Eine Beratung vorab ist daher dringend zu empfehlen.

Kann es sein das man für ein 12 jähriges Mädchen 1500 euro selber für eine Spange dazuzahlen muß?
Die Schwierigkeiten in der Kieferorthopädie liegen nicht am Herstellen einer losen Zahnspange, oder am Kleben einer festen Zahnspange. Die Kunst ist die Planung: eine Behandlung wird von einem gewissenhaften Fachzahnarzt für Kieferorthopädie eine Behandlung komplett durchgeplant. Dies bedeutet, daß auch bei einem Kind das Ergebnis der kompletten Bezahnung im Zusammenspiel mit dem gesamten Halteapparat vorausberechnet wird.

Im internationalen Bereich liegen Behandlungen meist zwischen 5000 und 15000 Euro. Wenn bei uns solche Kosten anfallen, verteilen wir dies häufig auf 4-6 Jahre, je nach Behandlungsdauer. In Deutschland darf eine gesetzliche Krankenkasse laut Gesetzgeber nur einen Teil bezuschussen (siehe Stellungnahme der Stiftung Warentest), dabei erreicht der Zuschuß meist nur eine Höhe von 3000 bis 5000 Euro. Allerdings gibt es Fälle, bei denen Kassenmittel ausreichen. Dies gilt meist wenn Patienten dann kommen, wann es die Wissenschaft empfiehlt: ein erstes Screening sollte nicht später als mit dem 6.-7. Lebensjahr erfolgen.

Ebenso gibt es auch Fälle, bei denen die Krankenkasse gar keinen Zuschuß geben darf. Die Bandbreite des Möglichen variiert also stark. Natürlich muß man den individuellen Fall kennen, um die Kosten beurteilen zu können. In jedem Fall sollten Sie verstanden haben, WOFÜR der Betrag eingesetzt wird. Sonst sollten Sie eine zweite Meinung einholen. Und noch ein Tip: Sie werden Zahnärzte finden, die Ihnen Spangen zu jedem Preis anbieten, aber billiger ist nicht unbedingt gleich gut: daher ausführlich informieren!

Kosten bei ästhetischen Zahnspangen wie Clarity SL, In-Ovation oder Incognito.
Die ClaritySL Brackets sind im Einkauf ca. 3-4x so teuer wie in-ovation aus Metall. Die Kosten einer Therapie berechnen sich aber nicht einfach gemäß der Mechanik (Bracket A = x Euro, Bracket B = y Euro). Vielmehr sind korrekte Diagnostik, Planung des Zieles und danach die Umsetzug viel interessanter. Hat Ihnen schon jemand erklärt WARUM Ihre Eckzähne gedreht stehen? Dahinter könnte beispielsweise auch ein Fehlbiss von Unterkiefer zu Oberkiefer stecken. Dann wäre eine reine Korrektur im Oberkiefer nahezu sinnlos oder würde eine lebenslange Verklebung der oberen Zähne erfordern (Langzeitretainer). Für die von Ihnen genannten Kosten könnten Sie in Deutschland wahrscheinlich eine komplette Behandlung erhalten, eventuell sogar mit Incognito-Brackets. Dass die Nickelallergie bei den Kosten eine Rolle spielt, glaube ich bei den ausgewählten Apparaturen weniger. Aber: erst eine klare Diagnose, dann die Therapie: die schweizer Gründlichkeit sollten Sie nicht opfern ;-)
Ich hab meine Zahnspange verloren! Welche kosten entstehen für mich? Bezahlt die Krankenkasse das? Muss ich alles selbst bezahlen?
Wegen der 99 in der mail-Adresse gehe ich mal davon aus, dass Du circa 12 Jahre bist. Die Kostenfrage haben also zwei zu klären: Deine Eltern und die Krankenkasse. Erwachsen werden heißt aus Fehlern lernen. Dazu muß es aber erlaubt sein auch Fehler machen zu dürfen. Um sich vor Fehlern zu schützen gibt es Versicherungen. Wenn also der Gesetzgeber und die Krankenkassen Zahnspangen für Kinder und Jugendliche bezuschussen sollten sie eigentlich davon ausgehen, dass gelegentlich auch mal eine verloren gehen kann.

Dein Kieferorthopäde könnte sich auf Deine Seite schlagen und der Kasse den Verlust melden (was wir so machen) und die Kasse könnte die Neuanfertigung genehmigen und bezahlen (was gute Kassen meist machen). Manchmal müssen Spangen ja sowieso gewechselt werden. Vielleicht hast Du ja Glück und das steht demnächst an, dann wird Dein Kieferorthopäde vielleicht einfach etwas früher umsteigen. Vielleicht sind ja Deine Eltern einfach nur sauer und lassen Dich drei Wochen das Auto schrubben!? Schreib uns doch mal ob alles gut ausgegangen ist.

Clear Aligner Kosten bei einer kleinen Einzelzahnfehlstellung
Das hängt mindestens von folgenden Dingen ab: Wie weit steht der Zahn aus der Reihe? Was ist der Grund für das Wandern des Zahnes? Welche Apparatur soll verwendet werden? Wenn keine sonstigen Probleme vorliegen, dann könnte eventuell mit einigen wenigen Alignern das Problem zu lösen sein. Das dürfte je nach Strecke des Zahnes die günstigste Lösung sein (ab 300 Euro, open end bei verdeckten größeren Problemen).
Ich war schon einmal bei einem Kieferothopäden der gesagt hat, dass ich einen leichten Überbiss habe. Aber es würden 1 bis 2 mm bei dem Überbiss fehlen damit ich eine Zahnspange bekomme, die von der Krankenkasse bezahlt würde. Meine Frage war jetzt wieviel eine lose Zahnspange kosten sollte für den Oberkiefer?
Die Kosten richten sich nach Art und Umfang der Behandlung, aber auch nach Ihrem Alter. Ein Überbiss von ca 4 mm sollte behandelt werden dort wo er entsteht, nämlich im Zusammenspiel von Oberkiefer UND Unterkiefer. (Überbiss ist die Rücklage des Unterkiefers, wenn der Kollege Recht hatte von ca 4 mm, da über 6 mm die Krankenkasse einen Zuschuß geben kann).

Vor einer Behandlung nur im Oberkiefer sollte Ihnen daher klar sein, was das Ziel der Behandlung sein sollte. Wenn Ihre Angaben korrekt sind droht Ihnen sonst (bei allem Verständnis für die Notwendigkeit zum Sparen) eine unschöne Endsituation wie etwa hier:

Erfolglos mit Kieferorthopädie, Kosten von 6000 Euro in den Sand gesetzt

Ihre gesundheitlichen Kosten sind im schlimmsten Fall höher als alles was man mit Geld bezahlen kann. Meine Empfehlung: Lassen Sie sich ausführlich beraten und zwar so lange bis Sie alle Vorteile und Nachteile genau kennen. Wenn am Ende ein oder zwei Lösungswege erarbeitet sind, lassen Sie sich KostenSCHÄTZUNGEN geben, vor Behandlungsbeginn einen Heil- und Kostenplan. Fragen Sie genau nach, was alles im Plan nicht enthalten ist und noch zusätzlich kommen könnte. Oft werden Maßnahmen zur Nachsorge sehr knapp kalkuliert, also Vorsicht.

Zahnspange – zahlt die Zahnzusatzversicherung?
Aus der Erfahrung meiner Arbeit als Landesvorsitzender im kieferorthopädischen Berufsverband kann ich nur berichten, dass von Hamburg bis München, von Saarbrücken bis Rostock, die Nachrichten eindeutig sind: eine private Krankenversicherung rechnet sich nur wegen Zahnspangen nicht mehr.

In den letzten fünf Jahren haben viele Versicherer scheinbar regelrechte Abwiegelungsstrategien entwickelt, um eine Behandlung nicht bezahlen zu müssen. Oft bekommen Pflichtversicherte keine schlechtere Leistung für gleiches Geld. Da Kieferorthopädie meist eine Langzeittherapie erfordert, bieten wir zudem monatliche Ratenzahlung. Diese Raten sind ähnlich zu den Kosten einer Vollversicherung.

Sind Brackets im Kassenbereich ausreichend?
Im Kassenbereich sind keine bestimmten Brackets und Bögen festgelegt. Vielmehr gibt es einen festgeschriebenen Zuschuß je Bracket und Bogen. Dieser unterscheidet sich je nach Bundesland und Krankenkasse. Für welche Brackets der Kieferorthopäde den Zuschuß verwendet ist ihm weitgehend freigestellt.

Da in dem Zuschuß jedoch auch die gesamte Verarbeitung und Lohnkosten für Personal enthalten sind ist es relativ wahrscheinlich, dass Sie zu Kassenkosten nur ein sehr billiges Bracket bekommen. Die billigsten Brackets aus Fernost beginnen bei 50 Cent pro Stück. Hochwertige innengeklebte Brackets kosten bis zu 150 Euro pro Stück.

Dazwischen gibt es sehr viele Zwischenvarianten, die sich in Art und Eignung für die Behandlung bestimmter Anomalien sehr stark unterscheiden. Ich sehe die Aufgabe Ihres Kieferorthopäden darin Sie über die verschiedenen Methoden aufzuklären und Ihnen die Kostenunterschiede zu erläutern. Wenn Sie dazu weitere Fragen haben helfe ich Ihnen gerne, kurze Mail genügt.

Ist Kieferorthopädie beim Erwachsenen auch ohne Chirurgie möglich und wer trägt dann die Kosten?
Je nach Kieferfehlstellung ist es in manchen Fällen möglich auch ohne chirurgischen Eingriff zu behandeln. Dies kann aber nur in jedem Fall einzeln in Absprache mit dem Patienten erfolgen. Chancen und Risiken gilt es genau abzuwägen.

Die Kosten werden vor der Behandlung in einem Heil- und Kostenplan geschätzt. Sofern die Krankenkasse einen Zuschuß gewährt ist dieser in der Regel von der Durchführung eines operativen Eingriffes abhängig. Da der Zuschuß jedoch bereits vor dem chirurgischen Eingriff gewährt wird, sollte der Patient klären, ob die Krankenkasse die Zuschüsse zurückfordert, falls der Eingriff nicht durchgeführt wird. Wird von Anfang an ohne Chirurgie geplant, so muß ist dies der Krankenkasse auch mitgeteilt werden. Damit ist ein Zuschuß nach Gesetzeslage dann ausgeschlossen.

Frage von M.: Sehr geehrte/r Dr. Meyer & Dr. Weber, vor kurzem war ich bei einem Kieferorthopäden und habe erfahren, dass ich einen Kreuzbiss (jedoch nur an einem -max. zwei Backenzähnen) habe. Außerdem sind meine unteren Scheidezähne etwas schief. Da ich bereits 18 Jahre alt bin, sagte der Doktor, dass die Krankenkasse .... die Kosten (ca. 4000 - 5000 Euro) nicht Übernehmen würde. Nun hat meine Mutter bei der Krankenkasse angerufen und nachgefragt, ob es eine Möglichkeit gäbe, dass die Kosten übernommen werden. Sie erzählten ihr von einem Behandlungsplan, den ein Kieferorthopäde machen muss.

Nun wollte ich fragen, wie die Chancen für mich stehen, dass die Kosten übernommen werden? Durch diesen Kreuzbiss könnte ich ja Probleme mit dem Kiefer bekommen, deshalb müsste die Krankenkasse eigentlich die Kosten übernehmen. Müsste ich auch für den Behandlungsplan etwas bezahlen? Ich bedanke mich schon mal im Vorraus für ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Weber: Zunächst ist richtig, dass Kreuzbisse Zähne, Kiefer und Kiefergelenk schädigen können. Sie können zudem Resultat anderer Probleme sein. So treten sie beispielsweise manchmal infolge von Körperfehlhaltung oder rheumatischen Erkrankungen von Kindern auf. Daher gehören Kreuzbisse auch zu den Anomalien, deren Behandlung bereits im frühesten Kindesalter durch die Krankenkasse bezuschusst wird. Der Kieferorthopäde darf einen Behandlungsplan nur dann erstellen, wenn Leistungspflicht der Krankenkasse besteht. Anderenfalls würde er sich strafbar machen.

Eine Aussage der Krankenkasse, wie durch die Patientin beschrieben ist daher nicht denkbar, da in ihr die Aufforderung zum Abrechnungsbetrug enthalten sein könnte. Es ist daher allgemein ratsam, nur schriftlich Auskünfte durch Krankenkassen einzuholen, um Missverständnissen vorzubeugen. Es ist wahrscheinlich, dass gemäß den sogenannten KIG-Richtlinien keine Bezuschussung durch die Krankenkasse mehr vorgesehen ist, wenn neben dem Kreuzbiss nicht noch schwere Kieferfehlstellungen vorliegen. Ein früher Besuch beim Kieferorthopäden hätte diese Nachteile vermeiden können.

Frage von M. T.: Seit vielen Jahren plane ich mir Zahnspangen anbringen zu lassen. Das Problem ist aber, dass ich keine Infos darüber habe. Außerdem bin ich auch Student und ich befürchte, dass ich nicht über genügend Geld verfüge um die Behandlung bis zum Ende zu verfolgen. Dazu kommt auch noch, dass ich Ausländer bin und ich nicht weiß, ob ich eine Unterstützung von meiner Krankenkasse bekommen werde. Ich bin 23 Jahre und studiere an der Tu Darmstadt.

Mein Wunsch wäre vor dem Ende meines Masterstudiums diese Behandlung zu machen. Für mich wäre es schon hilfreich, wenn Sie mir Informationen über die Zahnspangen, die ich tragen kann geben könnten, und wie viel ich ungefähr für die Behandlung bezahlen kann. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe auf eine Antwort von Ihnen. Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Weber: Eine erste Beratung gibt über die meisten Fragen eine gute Auskunft. Wichtig ist, vor der Behandlung das Ziel zu definieren. Nur dann können die Zahnspangen als Werkzeuge richtig eingesetzt werden. Häufig müssen Nebenwirkungen minimiert oder ausgeschalten werden. Auch die Kosten einer Behandlung sollten vor der Behandlung für die gesamte Behandlung offen gelegt werden. Uns ist dies wichtig. Hier hilft aber nur die Planung im Einzelfall, die jedoch meist von der Krankenkasse übernommen wird. Übrigens auch bei Erwachsenen.

Frage von R. S.: Was für eine Zahnzusatzversicherung müsste ich abschließen, damit ich eine Zahnspange anteilig finanziert bekommen würde. Da ich schon 21 Jahre bin wird es wahrscheinlich nicht mehr von der Krankenkasse übernommen.

Antwort von Dr. Weber: Aus der Erfahrung meiner Arbeit als Landesvorsitzender im kieferorthopädischen Berufsverband kann ich nur berichten, dass von Hamburg bis München, von Saarbrücken bis Rostock, die Nachrichten eindeutig sind: eine private Krankenversicherung rechnet sich nur wegen Zahnspangen nicht mehr.

In den letzten fünf Jahren haben viele Versicherer scheinbar regelrechte Abwiegelungsstrategien entwickelt, um eine Behandlung nicht bezahlen zu müssen. Oft bekommen Pflichtversicherte keine schlechtere Leistung für gleiches Geld. Da Kieferorthopädie meist eine Langzeittherapie erfordert, bieten wir zudem monatliche Ratenzahlung. Diese Raten sind ähnlich zu den Kosten einer Vollversicherung.

Weitere interessante Antworten finden Sie auf www.faq.zahnspangen.de


Ihre eigene Frage an Dr. Joachim Weber


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